Literatur

Jürgen Ponto-Stiftung

Im Bereich der Literatur fokussiert sich das Engagement der Jürgen Ponto-Stiftung auf den Beginn einer schriftstellerischen Karriere: die wichtige Phase vor der Veröffentlichung des ersten Buches.

Von 2005 bis 2020 haben Nachwuchsautorinnen und -autoren in einer Schreibwerkstatt professionelle Unterstützung bei der Ausarbeitung ihres Buchmanuskripts erhalten, das die Basis für die Veröffentlichung ihres Erstlingswerks sein sollte. Aktuell legt die Stiftung ein neues Förderprogramm auf. Es beinhaltet die Vergabe von jährlich vier Stipendien für den Zeitraum von jeweils sechs Monaten. Weitere Informationen stellt die Stiftung in Kürze zur Verfügung. Mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung werden Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, die bereits einen Verlag von ihrem ersten Werk überzeugt haben, dessen tatsächliche Veröffentlichung aber noch ansteht.

Literaturpreis

Seit 1978 vergibt die Jürgen Ponto-Stiftung einmal im Jahr ihren renommierten Literaturpreis. Mit dem mit 15.000 Euro dotierten Förderpreis werden junge Autorinnen und Autoren unterstützt, die an ihrem ersten Buchmanuskript arbeiten und eine besondere literarische Begabung erkennen lassen.

Die Bewerbung der Autoren erfolgt ausschließlich über den Verlag, in dem das entsprechende Erstlingswerk erscheinen wird. Über den Preisträger entscheidet eine Jury. Ihr gehören der Fachkurator der Stiftung für den Bereich Literatur sowie zwei jährlich neu zu ernennende Autoren oder Literaturkritiker an.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören u. a. Einar Schleef (Gertrud, Roman, 1981), Arnold Stadler (Ich war einmal, Roman, 1989), Kurt Drawert (Spiegelland. Ein deutscher Monolog, Roman, 1991), Zoë Jenny (Das Blütenstaubzimmer, Roman, 1997), Andreas Maier (Wäldchestag, Roman, 2000), Zsuzsa Bánk (Der Schwimmer, Roman, 2002) Reinhard Kaiser-Mühlecker (Der lange Gang über die Stationen, Roman, 2007), Franz Friedrich (Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr, Roman, 2014), Sasha Marianna Salzmann (Außer sich, Roman, 2017) und Philipp Weiss (Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen, Roman, 2018).

Deniz Ohde Literaturpreis 2020 Ponto Stiftung

LITERATURPREIS 2020

Der Literaturpreis 2020 der Jürgen Ponto-Stiftung ging an Deniz Ohde. Die Autorin wurde für ihren Debütroman Streulicht ausgezeichnet, der im Suhrkamp Verlag erschienen ist.

Deniz Ohde, geboren 1988 in Frankfurt am Main, studierte Germanistik in Leipzig, wo sie auch lebt. 2016 war sie Finalistin des 24. open mike und des 10. poet bewegt Literaturwettbewerbs, 2017 Stipendiatin des 21. Klagenfurter Literaturkurses. 2019 stand sie auf der Shortlist für den Wortmeldungen-Förderpreis. Streulicht ist ihr erster Roman.

In ihrem Debüt-Roman erzählt Deniz Ohde die Geschichte der jungen Ich-Erzählerin, die aufgrund der bevorstehenden Heirat alter Schulfreunde an den Ort zurückkehrt, an dem sie aufgewachsen ist. Sofort beginnt die Ich-Erzählerin, sich zu erinnern, Kindheit und Jugend zu reflektieren: über ein Leben als Arbeiterkind, über soziale Ungerechtigkeiten, Scham und Ängste, sowie über die Herausforderungen, unterschiedlichen Rollenerwartungen gerecht zu werden.

Die Jury des Literaturpreises der Jürgen Ponto-Stiftung urteilte: „So einen Roman als Debüt hat es lange nicht gegeben. Deniz Ohde schreibt mit Streulicht einen Bildungsroman, der den Vergleich sucht, der soziologisch unnachgiebig ist und unter sanftem Druck alles zum Vorschein bringt. Blinde Flecken, tote Winkel. Ein Deutschland wird sichtbar, das wir uns anders ausgemalt hatten. Ein Deutschland auf Millimeterpapier: Deniz Ohde beschreibt Grundrisse einer Jugendbiografie in den späten Neunzigern, frühen Nullerjahren. Der mühsame Weg vom Arbeiterkind zur Akademikerin, wie er selten mit einer solchen Ernsthaftigkeit und Treue zu den bedingenden Details aufgezeichnet wurde. Das Heranwachsen in einer Industrielandschaft unter dem Eindruck einer Mischehe, Identität als Hemmschuh und das vom Umtausch ausgeschlossene Gefühl von Fremdsein. Dazu die unsichtbaren Schranken, die ohnmächtigen Räume zwischen den Generationen, die Bannzirkel der Milieus, der lähmende Kreisverkehr der Normalität. Und am Ende die Lösung. Alles an diesem Buch ist genau und treffend,“ sagt die Jury um Hauke Hückstädt, Dr. Bettina Schulte und Jackie Thomae, „ein Befreiungsschlag aus Literatur, ohne einen Gran Auftrumpfen.“

Der Preisverleihung fand am 29. Oktober 2020 im Literaturhaus Frankfurt statt.

LITERATURPREIS 2019

Den Literaturpreis 2019 der Jürgen Ponto-Stiftung durfte Miku Sophie Kühmel entgegen nehmen. Die Autorin wurde für ihren Debütroman Kintsugi ausgezeichnet, der im S. Fischer Verlag erscheinen ist.

Miku Sophie Kühmel wurde 1992 in Gotha geboren. Sie hat an der Humboldt-Universität zu Berlin und der New York University studiert, unter anderem bei Roger Willemsen und Daniel Kehlmann. Seit 2013 erscheint ihre Kurzprosa regelmäßig in Zeitschriften und Anthologien. Außerdem erzählt sie ihre Geschichten auch in Radiostücken und Podcasts. Kintsugi ist ihr erster Roman.

Der Roman erzählt von Reik und Max, die seit 20 Jahren ein Paar sind. Verheiratet sind sie nicht. Dennoch soll dieses Jubiläum gefeiert werden, wenn auch in kleiner Runde. Eingeladen sind nur ihr ältester Freund Tonio und seine Tochter Pega, die so alt ist wie die Beziehung von Max und Reik. Man trifft sich in ihrem Haus am See, um gemeinsam ein ruhiges Wochenende zu verbringen. Doch schnell wird klar, dass irgendetwas in der Luft liegt. Vor allem sind es Tonios Anspielungen auf eine inzwischen auch juristisch möglich gewordene Heirat, die für Spannungen sorgen; ebenso wie die Anwesenheit seiner Tochter Pega, die in Max und Reik ihre erweiterte Familie sieht, jedoch mit beiden auf unterschiedliche Weise verbunden ist. In Kintsugi schreibt Miku Sophie Kühmel über menschliche Beziehungen, die gelingen, aber auch scheitern können. Kintsugi ist das traditionelle japanische Kunsthandwerk, zerbrochenes Porzellan mit Lack und Gold zu reparieren.

„Ein überaus beeindruckend konzentriert verfasstes Debüt, das zudem ein erhöhtes Lesevergnügen bereitet: Der Roman Kintsugi entwickelt einen neuen, zeitgemäßen Blick auf Lebens-und Liebeskonzepte und überzeugt als Ensemble-Roman mit äußerst differenzierter Figurenpsychologie. Die Polyperspektivität, die durch die Anordnung der Erzählenden entsteht, wirkt plastisch und glaubwürdig. Der Roman zeugt von großer Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe“, so das Urteil der Jury, der Hauke Hückstädt, Leiter des Frankfurter Literaturhauses und Fachkurator der Jürgen Ponto-Stiftung für den Bereich Literatur, die Schriftstellerin Antje Rávik Strubel sowie der Literaturkritiker Michael Braun angehörten. „Kintsugi ist der Titel eines Beziehungs-Dramas, das zu keiner Zeit ins Theatralisch-Aufgeregte verfällt, sondern sich in den Beiläufigkeiten zeigt. Die vier konsequent komponierten Perspektiven ergeben beinahe wie von selbst die Gliederung dieses Debüts, das um so beeindruckender ist, als es sich auf nur wenige Vorbilder berufen kann; am deutlichsten womöglich auf Goethes Wahlverwandtschaften oder aber auf, um eine zeitgenössische Referenz zu bemühen, Hanya Yanagiharas A Little Life, a Novel“, so die Jury weiter

Jürgen Ponto-Stiftung Literatur Philipp Weiss

Literaturpreis 2018

Den Literaturpreis 2018 der Jürgen Ponto-Stiftung hat Philipp Weiss erhalten. Der Autor wurde für seinen Debütroman „Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen“ ausgezeichnet, der im Suhrkamp Verlag Berlin erschienen ist.

Philipp Weiss ist 1982 in Wien geboren und studierte Germanistik und Philosophie. 2009 nahm er mit seinem Text „Blätterliebe“ am Ingeborg-Bachmann-Preis teil. 2011 gewann er mit seinem Stück „Allerwelt“ das Hans-Gratzer-Stipendium; „Allerwelt“ gelangte im Schauspielhaus Wien zur Uraufführung, wo Weiss in der Spielzeit 2013/14 Hausautor war. „Ein schöner Hase ist meistens der Einzellne“ gewann 2015 den Preis der Theatertage Lyon und erschien auf Französisch in der Édition Théâtrales (Montreuil).

Der Roman erzählt in fünf Bänden von Verlust, Aufbruch, von Verwandlung und der Begegnung des Menschen mit dem Unvorhersehbaren. Die siebzehnjährige Paulette erlebt im Jahr 1871 den Aufstand der Pariser Kommune, bereist als eine der ersten europäischen Frauen das Japan der Meiji-Ära und liegt über hundertdreißig Jahre im Eis der französischen Alpen. Die Klimaforscherin Chantal, ihre Ururenkelin, folgt ihren Spuren nach Fernost, entwirft eine zynische Geschichte des Universums und entflieht zugleich einer Liebe und deren umstülpender Kraft. Der von ihr zurückgelassene Künstler Jona begibt sich auf die Suche, findet in Japan aber nicht Chantal, sondern eine vielfache Katastrophe: ein Erdbeben, eine Welle, einen Atomunfall. Längst ist der Mensch zur zentralen gestaltenden Kraft der Erdgeschichte geworden. Wie aber geht er um mit Erschütterungen der Natur, der Politik und der Liebe?

„In fünf verschiedenen Textgattungen, vom Tagebuch über die Transkription einer Tonaufzeichnung bis zur Graphic Novel, zwischen Europa und Japan, zwischen neunzehntem und einundzwanzigstem Jahrhundert, verfolgt Philipp Weiss mit seinem Romanzyklus Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen die Suche des modernen Menschen nach seiner Bestimmung und Zugehörigkeit in einer sich rasant verändernden Welt. Das expansive erzählerische Vorhaben ist ein literarisches Wagnis, das seine formale Entsprechung in den gleichermaßen kühnen wie tragischen Lebensentwürfen der Figuren findet. Die Leser, die sich auf diese herausfordernde Reise einlassen, werden mit einem beeindruckenden Reichtum an Sprache, Phantasie und Wissen belohnt. Ein wahres Zukunftsversprechen eines zweifelsohne sendungsbewussten Autors“, so das Resümee der Jury, der  Hauke Hückstädt, Leiter des Frankfurter Literaturhauses und Fachkurator der Jürgen Ponto-Stiftung für den Bereich Literatur, der Schriftsteller Gunther Geltinger sowie der Literaturkritiker Christoph Schröder angehörten.

Literaturpreis 2017

Den Literaturpreis 2017 der Jürgen Ponto-Stiftung erhielt Sasha Marianna Salzmann. Die Autorin wurde für ihren Debütroman „Außer sich“ ausgezeichnet, der im Suhrkamp Verlag Berlin erschienen ist.

Sasha Marianna Salzmann ist 1985 in Wolgograd geboren und in Moskau aufgewachsen. 1995 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Deutschland. An der Universität Hildesheim studierte sie Literatur, Theater und Medien, an der Berliner Universität der Künste zusätzlich Szenisches Schreiben. Seit 2013 verbindet Salzmann eine enge Zusammenarbeit mit dem Maxim Gorki Theater Berlin, zunächst als Autorin, seit 2016 auch als Leiterin der Studiobühne.

Jürgen Ponto-Stiftung

Der Roman dreht sich um Fragen der Zugehörigkeit fernab klassischer Definitionen von Geschlecht, Heimat und Sprache. Die Zwillinge Alissa und Anton wachsen symbiotisch auf, zunächst in einer engen Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre, dann in einem westdeutschen Asylheim. Später, als Alissa in Berlin lebt, verschwindet Anton spurlos. Als Reaktion auf eine Postkarte ihres Zwillingsbruders, die sie aus Istanbul erreicht, macht sie sich dort auf die Suche nach dem Verschollenen und ruft sich zugleich ihre Familiengeschichte in Erinnerung.

„Salzmann erzählt buchstäblich Außer sich, stets auf der Grenze ihres Körpers, ihrer Sprache, ihrer Gefühle und Wahrnehmungen. Ihr Debütroman ist eine so gewagte wie gelungene Gratwanderung zwischen kulturellen und geschlechtlichen Identitäten. Gleichzeitig folgt ihr Roman den assoziativen Gesetzen der Erinnerung. Auf diese Weise entsteht ein facettenreiches Generationspanorama von der Sowjetunion im 20. Jahrhundert bis ins Europa der Gegenwart“, so das Resümee von Professor Dr. Christof Hamann, Fachkurator der Jürgen Ponto-Stiftung für den Bereich Literatur. Zusammen mit dem Schriftsteller Gunther Geltinger und dem Autor und Literaturkritiker Christoph Schröder zeichnete er für die Auswahl der Literaturpreisträgerin verantwortlich.

Jürgen Ponto-Stiftung Literatur Birgit Birnbacher

Literaturpreis 2016

Den Literaturpreis 2016 der Jürgen Ponto-Stiftung hat Birgit Birnbacher erhalten. Die Autorin wurde für ihren Debütroman „Wir ohne Wal“ ausgezeichnet. Das Buch erschien im September 2016 im Verlag Jung und Jung in Salzburg.

Birnbacher wurde 1985 in Schwarzach im Pongau/Österreich geboren. Sie studierte Soziologie in Salzburg und war als diplomierte Behindertenpädagogin in der Kinder- und Jugendarbeit tätig, unter anderem in Äthiopien und Indien. Sie lebt in Salzburg und arbeitet als Soziologin in den Bereichen Generationenwohnen und Stadtteilarbeit.

In zehn Episoden erzählt Birnbacher von Menschen an der Schwelle zum Erwachsensein, die auf Suche sind und nicht einmal so recht wissen, was und wonach. Von Menschen, die jede Wahl haben, aber keinen festen Platz in der Gesellschaft. Die ihr Leben so leben, als würden sie auf etwas warten, während sich längst Entscheidendes ereignet. Ist das schon das Leben? Ist das alles schon ernst? Und während sie sich fragen, was es zum Beispiel zu bedeuten hat, dass der Mensch genetisch zu über 50 Prozent mit einer Banane übereinstimmt, kriegt einer die Kurve und eine andere die Panik. Und während sie sich noch immer auf der Suche glauben, stellen sie fest, sie sind bereits mittendrin. Zehn Figuren lässt Birnbacher davon erzählen, wie sich innerhalb eines Jahres plötzlich alles ändert, obwohl alles ist wie immer.

„Sachlich und poetisch zugleich, hart und weich, realistisch, doch auch ins Irreale gleitend – schöner Roman über junge Menschen in erstaunlich sicherer Sprache“, so das Resümee von Professor Dr. Hans-Martin Gauger, Fachkurator der Jürgen Ponto-Stiftung für den Bereich Literatur. Zusammen mit dem Schriftsteller Arnold Stadler und dem Autor und Literaturkritiker Christoph Schröder zeichnete er für die Auswahl der Literaturpreisträger verantwortlich.

Literatur-Stipendienprogramm

SPALTMAßE – Vermessungen aus Alltag und Gesellschaft
Das Literatur-Stipendienprogramm der Jürgen Ponto-Stiftung

Die Jürgen Ponto-Stiftung zur Förderung junger Künstler vergibt vier Literatur-Stipendien an deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die nicht älter als 35 Jahre sind, noch kein literarisches Debüt vorgelegt haben und insofern nicht verlagsgebunden sind.

Die Stipendien haben eine Laufzeit von Juli bis Dezember 2021. Sie sind mit 750 EUR pro Monat dotiert und nicht residenzgebunden. Am Ende des Stipendiums erwartet die Stiftung die Einreichung eines Textes, der sich zu einem von der Stiftung genannten gesellschaftspolitischen Thema äußert. Dies kann ein Essay sein, ein Aufsatz oder eine literarische Reportage. Für etwaige Recherche- oder Reisekosten verfügen die Stipendiatinnen und Stipendiaten jeweils über ein Budget in Höhe von maximal 750 EUR. Jeder Stipendiatin, jedem Stipendiaten steht jeweils und individuell eine erfahrene Lektorin oder ein erfahrener Lektor aus einem von vier renommierten und jährlich wechselnden Verlagen zur Seite.

Spaltmaße 2021

In diesem Jahr gehen die vier Stipendien an Cecilia Joyce Röski, Paula Schweers, Josefine Soppa und Clemens Böckmann.

Cecilia Joyce Röski, 1994 in Schleswig-Holstein geboren, hat am Literaturinstitut in Leipzig studiert. Sie ist Drehbuchautorin der historischen Webserie „Haus Kummerveldt“ und arbeitet aktuell an ihrem Romanprojekt „Delfine füttern“.

 Paula Schweers studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Europäische Kulturgeschichte in Frankfurt (Oder). Nach Stationen in Politik und Wissenschaft wird sie beim ARTE Magazin und der FreeTech Academy of Journalism and Technology zur Redakteurin ausgebildet und schreibt an ihrem ersten Roman.

Jürgen Ponto-Stiftung Literatur
Jürgen Ponto-Stiftung

Josefine Soppa, 1988 in Oberhausen geboren, lebt in Leipzig. Studierte Philosophie, Künste und Medien in Dresden und Hildesheim. Sie arbeitet an ihrem ersten Roman MIRMAR. Ein Auszug daraus wurde 2020 mit dem open mike Literaturpreis prämiert.

 Clemens Böckmann studierte in Hildesheim, Kiel, Leipzig, Lissabon und Tel Aviv. 2018 machte er seinen Masterabschluss im Bereich Sprache und Gestalt bei Prof. Oswald Egger an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Seitdem lebt und arbeitet er als Autor, Veranstalter und Herausgeber in Leipzig. Gegenwärtig forscht er zu den Möglichkeiten biographischen Erzählens.

Der Jury gehörten neben der Autorin Inger-Maria Mahlke auch Hauke Hückstädt und Ralf Suermann an. Inger-Maria Mahlke war auch mit der Vorauswahl betraut.

Der zum Ende des Stipendiums von den Stipendiatinnen und Stipendiaten einzureichende Essay wird sich unter der Überschrift „Spaltmaße – Vermessungen aus Alltag und Gesellschaft“ mit dem diesjährigen Schwerpunktthema „Welt und Beruf“ auseinandersetzen; mit Arbeitswelten und Wahrnehmungen, die dort anzutreffen sind. Denn es sind auch die Berufe, die Professionen, denen wir nachgehen, an denen sich spezifisch zeigt, was unsere Gegenwart zunehmend einzuschnüren scheint: Respektlosigkeit, Spaltung, Zuspitzung, Überhöhung, cancel culture, Verleumdung, Tatsachenverkehrung, Entfremdung, Behauptung, Lüge und alternative Wahrheiten. Die Autorinnen und Autoren sind eingeladen, Menschen, Orte oder Szenen aufzusuchen, die noch zu selten literarisch erkundet werden. Wie abweichend sind die Spaltmaße wirklich? Und was könnte auseinandertreibende Kräfte zusammenführen?

Es ist vorgesehen, die vier entstandenen Texte in einer Anthologie zu veröffentlichen.

Die Stipendiat:innen werden von erfahrenen Lektor:innen begleitet. Es beteiligen sich in diesem Jahr der Suhrkamp Verlag, der S. Fischer Verlag, der Carl Hanser Verlag sowie der Verlag Kiepenheuer & Witsch.

Schreibwerkstatt

Auf Einladung der Jürgen Ponto-Stiftung trafen sich von 2005 bis 2020 zwei Mal im Jahr jeweils zehn ausgewählte, deutschsprachige Nachwuchsschriftstellerinnen und -schriftsteller im Herrenhaus Edenkoben in der Pfalz. Bewerben konnten sich Autorinnen und Autoren, die nicht älter als 35 Jahre waren und bisher kein eigenes literarisches Werk veröffentlicht hatten.

Unter professioneller Anleitung arbeiteten sie dabei im Abstand von sechs Monaten jeweils für ein Wochenende an ihren Prosaprojekten. Als Dozenten standen ihnen während der Werkstattphasen Literaturpreisträger der Stiftung und andere renommierte Autorinnen und Autoren mit ihrer Expertise zur Seite.

Auszüge aus den während der Schreibwerkstatt bearbeiteten Prosaprojekten wurden nach Abschluss der Schreibwerkstatt in der Anthologie-Reihe „Federlesen“ dokumentiert.

Anthologie „Federlesen“ bestellen >

Jürgen Ponto-Stiftung LIteratur Schreibwerkstatt

Schreibwerkstatt 2020

2020 hat die 15. Schreibwerkstatt der Jürgen Ponto-Stiftung im Herrenhaus Edenkoben stattgefunden. Geleitet wurde sie von der Regisseurin und Schriftstellerin Judith Kuckart, die 2003 Residenzstipendiatin im Herrenhaus Edenkoben war. Als Co-Dozent stand ihr der Schriftsteller Joachim Helfer zur Seite.

Teilnehmerinnen: Justine Z. Bauer, Laura Dürrschmidt, Ursula Kirchenmayer, Lisa Krusche, Katerina Langjahr-Cerna, Laetita Lenel, Annegret Liepold, Anna Yeliz Schentke, Stefanie Schweizer

 

Schreibwerkstatt 2019

2019 veranstaltete die Jürgen Ponto-Stiftung die 14. Schreibwerkstatt im Herrenhaus Edenkoben. Geleitet wurde sie von Christopher Kloeble, Literaturpreisträger der Jürgen Ponto-Stiftung 2008, und Olga Grjasnowa, die an der fünften Schreibwerkstatt der Jürgen Ponto-Stiftung 2010 teilgenommen hatte.

Teilnehmer waren: Konrad Bach, Simone Falk, Charlotte Gneuß, Mariusz Hoffmann, Verena Keßler, Ann-Christin Kumm, Jessica Lind, Theresia Töglhofer.

In diesem Jahr wurde die Vergabe des Residenzstipendiums ausgesetzt.

Schreibwerkstatt 2018

Dozenten der Schreibwerkstatt 2018 waren die Schriftsteller Angelica Ammar und Saša Stanišić. Angelica Ammar hatte 2006 für ihren Debütroman „Tolmedo“ (Ammann Verlag & Co., Zürich) den Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung erhalten. Saša Stanišić war Teilnehmer der ersten Schreibwerkstatt der Jürgen Ponto-Stiftung 2005.

Teilnehmer: Konstantin Ferstl, Valeria Gordeew, Martin Halewitz, Daniel Mellem, Merle Müller-Knapp, Eva Raisig, Stephan Roiss, Slata Roschal, Sabine Schönfellner, Robert Stripling.

Das Residenzstipendium 2019 für einen fünfmonatigen Aufenthalt im Herrenhaus Edenkoben ging an den in Frankfurt am Main lebenden Autor Robert Stripling.

 

Schreibwerkstatt 2017

Dozenten der Schreibwerkstatt 2017 waren der Schriftsteller Reinhard Kaiser-Mühlecker und die Lektorin Dr. Petra Gropp vom S. Fischer Verlag. Die Jürgen Ponto-Stiftung hat Reinhard Kaiser-Mühlecker im Jahr 2007 für den Debütroman „Der lange Gang über die Stationen“ (Verlag Hoffmann und Campe) mit ihrem Literaturpreis ausgezeichnet.

Teilnehmer: Lene Albrecht, Ann-Kathrin Ast, Yannic Federer, Anna Gielas, Gregor Heim, Manon Hopf, Ronya Othmann, Alexander Raschle, Dorothee Riese und Max Schönherr.

Das Residenzstipendium 2018 für einen fünfmonatigen Aufenthalt im Herrenhaus Edenkoben ging an die in Wiesbaden lebende Autorin Manon Hopf.